Wer seinen Aufenthalt am Angelsee Zalaszentmihály gerne mit einem ganztägigen Ausflug zu einem etwas weiter entfernten Ziel verbinden möchte, sollte das Budafapusztai-Arboretum besuchen – einen der weniger bekannten, aber zugleich schönsten botanischen Gärten in Süd-Zala.
Wichtig vorab: Dies ist kein halbtägiges Ausflugsziel, denn das Arboretum liegt in der Region Kiscsehi, Kistolmács und Bázakerettye im Kreis Letenye, deutlich weiter südlich als die bisher vorgestellten Sehenswürdigkeiten rund um den Angelsee Zalaszentmihály. Nach unserer Einschätzung sollten Sie mit einer Fahrzeit von etwa ein bis anderthalb Stunden rechnen. Es empfiehlt sich daher, einen ganzen Tag dafür einzuplanen oder einen Tag einer längeren, mehrtägigen Angeltour für diesen Ausflug zu reservieren.
Das 46 Hektar große Arboretum geht auf die Familie Zichy zurück, die 1926 auf dem Gelände ein Jagdschloss mit einem kleinen Park und einem Teich errichten ließ. Nach der Verstaatlichung des Gutes begann man ab 1954 mit der Anlage des heutigen Arboretums. Das Ziel war zweifach: Einerseits sollte ein Erholungs- und Ausflugsgebiet für die Öffentlichkeit entstehen, andererseits sollten Baumarten aus fernen Kontinenten im besonderen Mikroklima von Zala angesiedelt werden.
Im Anschluss an den alten Schlosspark wurde ein neuer Parkbereich angelegt und der vorhandene kleine Teich renoviert.
Heute wachsen im Budafapusztai-Arboretum mehr als 200 Baumarten – darunter 132 Nadelbaumarten und 88 Laubbaumarten. Zu den besonderen exotischen Raritäten gehören unter anderem Mammutbäume, Weißtannen und Sumpfzypressen, die selbst innerhalb Europas nur selten zu finden sind.
Die spektakulärste Jahreszeit ist zweifellos der Frühling: Ende April und Anfang Mai verwandelt die Blüte der aus anderen Sehenswürdigkeiten in Zala, wie zum Beispiel dem Azáleás-völgy in Zalaegerszeg, bekannten Rhododendren und Azaleen das Arboretum in einen wahren Märchengarten. Weiße, rote, orangefarbene und rosafarbene Blüten sorgen für ein beeindruckendes Farbenspiel. Im Herbst wiederum machen die farbenprächtigen Blätter den Spaziergang zu einem besonderen Erlebnis. Das Arboretum ist somit eigentlich das ganze Jahr über – vom Frühling bis in den Herbst – einen Besuch wert.
Neben den natürlichen Sehenswürdigkeiten hat die Zalaerdő Zrt. in den vergangenen Jahren auch das ehemalige Jagdhaus renoviert, einen Aussichtsturm errichtet und für Familien den Makk-Kaland-Spielplatz geschaffen. Die Spielgeräte – darunter ein Eichelturm, ein Klettergerüst und ein Seilturm – wurden mit einzigartigen Holzschnitzereien aus Akazienholz gestaltet.
Auch aus industriehistorischer Sicht ist das Arboretum bedeutend: Hier befindet sich ein Denkmal, das an die Bohrstelle Budafapusztai Nr. 1 erinnert, an der am 9. Februar 1937 erstmals in Ungarn mit der Erdgasförderung begonnen wurde.
Der Rundgang durch das Arboretum auf dem ausgeschilderten Weg dauert ungefähr anderthalb Stunden und eignet sich somit auch als halbtägiges Programm. Wenn Sie jedoch weitere Sehenswürdigkeiten der Umgebung – beispielsweise die Staatliche Waldbahn Csömödér oder das Ungarische Erdölmuseum – besuchen möchten, können Sie problemlos einen ganzen Tag in der Region verbringen.
Wenn Sie eine längere, mehrtägige Angeltour rund um die Angelseen des Komitats Zala planen und am Angelsee Zalaszentmihály in einer Angelunterkunft mit eigenem Angelsteg wie dem Diviák Apartman übernachten, ist das Budafapusztai-Arboretum ein hervorragendes Ziel für einen abwechslungsreichen Ausflugstag neben dem Angeln.
Auch wenn dieses Ausflugsziel nicht so „gleich um die Ecke“ liegt wie die Sehenswürdigkeiten rund um den Kleinen Plattensee (Kis-Balaton), bietet ein Besuch eine wunderbare Gelegenheit, eine ganz andere Seite des Komitats Zala kennenzulernen, bevor Sie anschließend in die Ruhe Ihrer Angelunterkunft am See zurückkehren.